Ukraine 2019 Tag 6 7. Dezember 2019

Nachdem ja gestern offizieller Chlausentag war, ging heute alles wieder den gewohnten Weg. Allerdings war es doch nicht ganz gewöhnlich.

Heute stand nämlich das Krebsspital in Ushgorod auf dem Programm. Gerne möchte ich noch kurz etwas über Ushgorod erzählen. Diese Stadt und die umliegenden Dörfer gehören zu unserem Gebiet in dem wir Hilfsgüter und Geld verteilen. Ushgorod heisst auf Deutsch Ringelnatter Stadt. Wobei Ush der Fluss heisst der sich um die Stadt windet.

Damit ist auch klar, dass Gorod Stadt bedeutet. Offiziell leben ungefähr 120’000 Einwohner hier. Es sind aber vermutlich viel mehr, weil die hier lebenden Roma nicht genau erfasst sind. Flächenmässig ist Ushgorod einiges grösser als Bern. Eine richtige Altstadt gibt es auch. Ich war noch nie dort, möchte aber wenns geht am nächsten Mittwoch mit Andreas Frösch dieses manko auswetzen. Er hat ja einige Jahre hier gelebt und kennt die Stadt bestens.

Damit zurück zum heutigen Tag. Als erstes müssen wir jeweils Einkaufen gehen , wenn das Spital auf dem Programm steht. Das ist jedesmal ein riesen Gestresse. Insgesamt 7 verschiedene Artikel geben wir an die Patienten*innen ab. Davon brauchen wir jeweils 140 Stück! Das heisst Orangen, Bananen, Mandarinen, Äpfel, Tafelschokolade, kleine Kekse und Waffeln.

Alles wird abgezählt in Säcke verpackt und teilweise gewogen. Natürlich hat es in dem Laden nicht von jedem Keks, Waffeln und Tafelschokolade 140 gleiche Sorten und auch unterschiedliche Preise. Man kann sich unschwer vorstellen was das für ein Aufwand bedeutet, alles zu Sortieren, die Preise und die Anzahl der einzelnen Ptodukte aufzuschreiben und am Schluss in der Kasse alles richtig zusammenzurechnen.

Die Kassiererin braucht dazu fast eine halbe Stunde mit einlesen und eintippen der Produkte, damit ganz am Schluss eine einigermassen richtige Zahl herauskommt. Auch wir kommen bei dieser Aktion ganz schön ins Schwitzen. Schliesslich muss das ganze Zeugs anschliessend geordnet im Bus verstaut werden, damit wir beim Ausladen und verteilen kein Riesenchaos veranstalten.

Vor dem Spital treffen wir dann unsere Helfer. Es waren heute acht Leute mit mir, die das ganze durchgezogen haben. Luda, Martin und ich haben die Artikel gepackt. Luda 3, Martin 2 und ich 2 da ich mit den Bananen die meiste Zeit brauchte. Man muss diese sperrigen Dinger ja auch noch zuerst auseinanderklauben. Martin war für Äpfel und Mandarinen zuständig und Luda für das süsse Zeug.

So zogen wir von Zimmer zu Zimmer und verteilten die Geschenke an die Patienten*innen. Der Rest der Truppe kümmerte sich um die Menschen und schenkten Ihnen einen Moment der Aufmerksamkeit. Sie erklärten auch den Umstand der uns an diesen Ort geführt hatte. Für diese armen Kranken bedeutete dies sehr viel , weil nicht wenige von Ihnen nur selten oder nie Besuch bekommen.

Auch für Sie durften wir heute die Engel sein. All das haben wir den vielen Spendern in der Schweiz zu verdanken. Auch wenn wir nur wenigen eine Freude bereiten können erfüllt es mich doch mit Stolz hier dabei sein zu dürfen.

Nach dem Spital besuchten wir noch einige Familien in der Umgebung denen wir Trost, Geld und Lebensmittel überbringen konnten. Ganz am Schluss waren wir bei einer Frau zum Nachtessen eingeladen, deren Mann seit 20 Jahren ohne richtige Gerichtsverhandlung im Gefängnis sitzt.

Das Hilfswerk Estherdebora kümmert sich praktisch seit Anfang um die Familie und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Schon viele male wurde ein Greichtsverhandlung in Aussicht gestellt. Aber jedes mal wurden wieder andere Gründe vorgeschoben und es passierte bis heute nichts.

Trozdem hat diese unglaublich tapfere Frau treu zu Ihrem Mann gehalten. Schier unvorstellbar was Sie alles auf sich genommen und ertragen hat. Aber statt in Selbstmitleid zu versinken kämpft Sie bis heute unerbittlich um Ihren Geliebten. Ich wünsche mir, dass Ihr Kampf endlich einmal erfolgreich enden wird und Sie Ihren Partner in die Arme schliessen darf.

Damit möchte ich wieder einmal schliessen. Ich wünsche Euch allen einen Menschen der so zu Euch hält wie diese Frau zu Ihrem Mann. Danke für Euer zulesen!

Euer Swiss 🌹

Da war der Wagen (Eine Bahre!) noch voll beladen

Unser Team (nicht das Ganze) bereit zum Einsatz!

Luda verteilt Süssigkeiten und spricht ein paar erklärende Worte auf Ukrainisch.

Diese Helfer nehmen sich Zeit für ein kurzes Gespräch mit den Patienten*innen

Der Seelsorger im Gespräch mit der Spital Direktorin.Mit dem Wagen ziehen wir von Stockwerk zu Stockwerk und von Zimmer zu Zimmer.

Ab und zu muss man sich auch absprechen.

Ein Teil de uns begleitenden Spitalteams, Luda, Martin und die Direktorin.

Da sind wir bereits wieder unterwegs bei einer Familie.

Da ist diese tapfere Frau die noch immer um Ihren Mann im Gefängnis kämpft.

1 Kommentar zu „Ukraine 2019 Tag 6 7. Dezember 2019“

  1. Hallo Roland, ich finde es ganz, ganz grossartig was du/ihr hier macht. Ich wünsche dir und deinen Begleitern alles Gute. Danke dass ich einige Tage am JW mit dir verbringen durfte.
    LG
    Roswitha

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