Weissenbach am Lech

Ein Faultier meldet sich zu Wort! Ehrlich ich bin heute das Faultier par excellence. Draussen war die Wetterhölle und ich habe mich kaum bewegt! Warum auch? Sogar das denken fiel mir schwer.

Trotzdem bin ich sozusagen in mich gegangen. (Viel Platz da drinnen😳) Dann habe ich meinen gestrigen Post nochmal überdacht. Vielleicht habe ich mir das ganze viel zu romantisch vorgestellt. Ist eher mein Fehler als der der Via Alpina. Klar bewege ich mich in touristischem Gebiet. War ja von Anfang klar. Keine Ahnung warum ich das nicht vorher bedacht habe.

Ich muss dringend aufhören mir selbst etwas vor zu romantisieren. Möglicherweise kann ich so das ganze objektiver betrachten. Weil die Tour ist einzigartig wenn man sich die Touristen wegdenkt.

Bei der Organisation der Via Alpina ist allerdings noch viel verbesserungswürdig. Angefangen bei der Signalisation, der Vermarktung, den Reservationsmöglichkeiten einiger Berghütten bis zur Wegführung.

Was nützt es wenn man zwar unbedingt reservieren soll, man das bei einigen Hütten nur per mail tun kann und dann tagelang auf Antwort wartet? Zelten geht in Österreich gar nicht. In anderen Gebieten ist die Rechtslage so kompliziert, dass es für uns kaum möglich ist hier Klarheit zu erhalten.

Es ist doch im Interesse aller, dass hier Wildwuchs verhindert wird. Aber wie soll das gehen wenn man uns Weitwanderer einfach nur als Rowdies wahrnimmt und lieber schimpft und mit Verboten und Bussen droht statt uns hilfreich zur Seite steht?

Auf dem Appalachian Trail beweisen Jährlich tausende von Hikern dass das sogar in Reservaten und Natur Parks möglich ist. Nur werden dort Plätze gekennzeichnet wo man gefahrlos für Mensch und Tier Zelten kann. Und das auf einer Strecke von 3500km alle 20-30km! Notabene in der totalen Wildniss und nicht wie hier wo alle naselang Skilifte, Seilbahnen, Hütten und Dörfer stehen.

Ist alles eine Frage des Willens. Vielleicht merken auch Touristiker allmählich welche Möglichkeiten sich hier ergeben könnten. Bikern jeden Waldweg zu öffnen scheint dagegen ja auch kein Problem zu sein. Obwohl die vermutlich mehr Schaden an Wild und Natur anrichten als wenn wir irgendwo Zelten könnten wo es sicher ist. (Bitte nicht als Kritik gegen Biker verstehen, dass möchte ich nicht! Die haben durchaus ihre Berechtigung.)

Ich verstehe es wirklich nicht. Leider musste ich meine Tour abermals umplanen weil gewisse Hütten mir nach tagelangem Warten mittgeteilt haben Sie hätten keine Plätze mehr frei. Warum man mir das erst nach Tagen sagen kann ist für mich nicht nachvollziehbar.

Sehr Kundenfreundlich ist das nun wirklich nicht. In den USA war es üblich, dass man für uns Weitwanderer immer ein paar Plätze frei gehalten hat. Das bis zu 24h vor dem Ende der Reservationsmöglichkeit. Wie sollten wir sonst planen können in der Wildniss ohne gegen Regeln zu verstossen oder uns und die Natur zu gefährden? Verbote nützen da herzlich wenig! Und Drohungen mit unglaublich hohen Bussen sind nicht gerade hilfreich.

Wir Weitwanderer wissen um was es geht, wir sind keine Adrenalinhungrige Grossstadt Junkis. Wir sind unterwegs weil wir die Natur lieben und gelernt haben sie zu respektieren. Anders kommt man nicht weit auf solchen Wanderungen.

Also werde ich schweren Herzens auf einige Teistrecken verzichten müssen. Morgen wandere ich zur Prinz Luitpold Hütte und am Donnerstag nach Oberstorf. Dort werde ich den Zug besteigen und nach Feldkirch reisen. Bis am 5.7 werde ich dort warten müssen weil erst dann die nächste Hütte, die Gafadurahütte einen Platz für mich hat. Am 6.7 werde ich nach Triesenberg laufen.

Danach muss ich weitersehen. Vermutlich werde ich am 7.7 nach Hause fahren um einige Dinge zu erledigen. Zurück auf die Via Alpina gehe ich so um den 14.7.

So, genug der Worte. Ich werde mich an gewisse Verantwortliche richten und denen mein Anliegen vortragen. Aber erst, wenn ich auch in der Schweiz Erfahrungen gesammelt habe. Vielleicht ist es da ja besser.

Wie auch immer, ich hoffe Euch einen kleinen Einblick in die Welt des Weitwanderns gegeben zu haben. Da Ihr zu meinen Lesern gehört, habt Ihr den Nerv meinen Ausführungen zu folgen.

Ach übrigens… HOPP SCHWIZ!!!! 🇨🇭

Euer Swiss🌹

Hier noch ein Sinnbild des Wanderns. Nämlich, der Weg ist das Ziel und das Ziel ist einzig in Dir. Nicht da wo andere Dich sehen möchten.

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