Trans Swiss Trail Etappen 14 – 15, 10/11.08.2025

10.08 25 Eggiwil nach Schangnau

Endlich wieder einmal superschönes Wetter zum Wandern! Also auf nach Eggiwil, meinem Ziel der letzten Wanderung. Ich habe es geschafft bereits morgens um halb Neun am Ausgangspunkt einzutreffen.

Der Anfang war schön Flach entlang der Emme. Dann allerdings ging es zur Sache. In der Beschreibung zu der Strecke hiess es „mittelschwer“. Für mich eine ziemliche Untertreibung. Mich hat es jedenfalls definitiv sehr gefordert.

Bis zum Wachthubel auf 1414müM ging es eigentlich permanent steil nach oben. Über die untere, mittlere und obere Steinbodenalp, dann den hinder Rämisgumme (bereits auf 1236müM) erreicht man schliesslich schwer Keuchend (ich jedenfalls) den Wachthubel.

Hier gönnte ich mir ein leicht verspätetes Mittagessen. Dieses mal hatte ich das Gas dabei! Nur der Kaffe war ungeniessbar. Ich hatte noch Milchpulver von 2017 aus den USA dabei. Hat dem Kaffee eine recht eigenartige Farbe geschenkt. Und weisse Flocken die mir entgegenstrahlten. Also kein Kaffee heute.

Der Abstieg nach Schangnau war möglicherweise noch steiler, genauer gesagt kurz vor Überhängend. Die Höhe sollte vermutlich möglichst schnell abgebaut werden. Um das Ganze noch interessanter zu gestalten, führte der „Weg“ die ganze Zeit über teilweise Faustgrosse Steine die noch dazu eine kugelrunde Gestalt besassen und einem andauernd unter den Füssen wegrollten. War das ein Gaudi.

Ich weis, ich mache das alles ja gänzlich freiwillig. Und tatsächlich macht es auch Spass. Zumindest meistens. Ein wenig jammern ist nur meinem fortgeschrittenen Altersprozess geschuldet. Früher diskutierte ich mit meinen Kollegen über schöne Frauen, rassige Sportwagen und supertolle Motorräder. Heute erzählen wir uns gegenseitig unsere Erfahrungen mit neuen Hüft und Kniegelenken. Über Probleme beim Wasserlösen und die schwindende Libido.

Zum Glück kam ich dann doch noch wohlbehalten und total verschwitzt in Schangnau an. Dort hatte ich im Gasthaus Löwen ein Zimmer reserviert. Und hier muss ich ein dickes Lob für dieses überaus gastfreundliche Haus aussprechen! Das Zimmer war einfach, aber wunderschön. Es gab eine kleine Dusche und ein Lavabo auf dem Zimmer.

Beim Kemmribodenbad hätte mich das locker Fr. 275.- gekostet. Hier in dem heimeligen Gasthof im besten Emmentaler Bauernhaus Stil, kostete es mich gerade mal Fr. 127.- mit Frühstück. Da ich mein Atemgerät für die Nacht nicht mitschleppen kann, habe ich mich mehr schlecht als recht durch die Nacht „gefräst“.

11.08.25 Schangnau nach Sörenberg

Am nächsten Tag musste ich mir das Frühstück selber servieren, da es offiziell erst ab 08:00 Uhr serviert wird. Da wollte ich aber bereits zur nächsten Etappe unterwegs sein. Gemäss Beschreibung sollte die schwer sein und man müsse über eine sehr gute Kondition verfügen. Etwas, dass ich heute eher bezweifelte nach dieser zersägten Nacht.

Die ersten neun Kilometer waren zum Glück mehr oder weniger flach. Erst nach dem Hotel Kemmribodenbad fing es an zu steigen. Im Gegensatz zu gestern war es nicht immer so steil und die Wege grösstenteils in sehr gutem Zustand. Als Schwer würde ich die Etappe nicht unbedingt bezeichnen wollen. Mit ca. 20km und 710 Metern nach oben jedoch als recht lang. Ich benötigte dafür ohne Pause gerechnet 5h10min.

Eine Stelle der Wanderung war besonders eindrücklich. Kurz nach dem Kemmeribodenbad war am Wegesrand eine Gedenktafel angebracht. Gedacht werden sollte vier jungen Soldaten, die hier am 10 Oktober 1981 mit Ihrem Fahrzeug abgestürzt und zu Tode gekommen waren.

Es war an diesem Morgen herbstlich kalt, kaum +5°C, nass und rutschig auf der steilen und unbefestigten Strasse. Zudem herrschte Nebel und die Sicht muss schlecht gewesen sein, als die vier jungen Soldaten in Ihren Jeep gestiegen sind. Sie waren alle im Alter zwischen 20 und 21 Jahren. Das dies Ihre letzte Fahrt werden würde haben Sie sich sicher nicht vorstellen können.

Die vier wären in diesem Jahr alle pensioniert worden. Mich hat das sehr beschäftigt. Und es hat mir einmal mehr vor Augen geführt, mit wie viel Glück ich gesegnet bin! So unendlich viele schöne Dinge erlebt zu haben. Ich kann immer noch die schönsten Wanderungen unternehmen, habe eine grossartige Lebenspartnerin, drei unglaublich tolle Söhne, demnächst vier Enkelkinder und erfreue mich bester Gesundheit. Dafür bin ich so dankbar.

Einige Stunden später erreichte ich das Restaurant Sahlweidli. Da machte ich meine einzige längere Rast, draussen unter einem Sonnenschirm auf einer langen Holzbank. Etwas später setzte sich ein junges Ehepaar zu mir an den Tisch. Die Frau war gertenschlank hatte aber gut sichtbar einen unglaublich umfangreichen Babybauch.

Ich konnte nicht umhin mich bei Ihnen zu erkundigen, wie weit das grosse Ereignis noch entfernt sei. In vier Wochen erklärte mir die junge Frau. Damit war das Eis gebrochen und wir führten ein angeregtes Gespräch über Kinder, das Wandern und die unterschiedlichen Erfahrungen mit der Gastfreundchaft in den verschiedenen Ländern.

Dann musste ich weiter um den Bus in Sörenberg zu erreichen. Der Weg dahin entpuppte sich als Erlebnissweg für Familien. Diese Anhöhe ist von Sörenberg mit einer Gondelbahn zu erreichen. Weshalb hier recht viele Familien und sonstige Wanderer unterwegs waren.

Beim Abstieg nach Sörenberg hörte ich hinter mir ein Ehepaar wandern. Das heisst ich hörte die Frau ohne Punkt und Komma drauflos Schwatzen. Leider waren Sie fast genauso schnell wie ich. So wurde ich gewissermassen vom Berg herunter geschwatzt. Mit Stöpseln im Ohr war es einigermassen zum aushalten. Den Partner der geschwätzigen Dame bedauerte ich jedoch schon etwas. Stöpsel dürfte der wohl nicht getragen haben.

Und so war ich doch einigermassen erleichtert in Sörenberg angekommen dieses Ehepaar loszuwerden. Genau zehn Mintuten nach meiner Ankunft bei der Post fuhr mein Postauto richtung Heimat. Ich bin immer wieder überrascht wie reibungslos unser ÖV in der Schweiz funktioniert. Auf die Minute genau bin ich schliesslich wieder zuhause angekommen.

So, Ihr habt nun vermutlich genug von meinen Schreibkünsten. Deshalb mache ich hier Schluss, nicht ohne mich bei Euch Lesern zu bedanken.

Tschüss bis zum nächsten mal wenn Ihr mögt.

Euer Swiss 🌹🌹🌹❤️

Der erste Tag in Bildern

Da hinten ist Eggiwil zu sehen.

Eine so hübsche Brücke sieht man nicht alle Tage.
Wer möcht hier nicht Pause machen?
Noch so ein Kunstwerk am Wegesrand.
Danke!
Mach ich!
Ganz oben am Horizont sieht man einen Wegweiser, da gehts rauf.
Wenn Du jetzt denkst das es das war, weit gefehlt.
Eine Stunde später ist es tatsächlich geschafft. Ganz oben angekommen juhu!
Jetzt wird erst einmal gekocht.
Dann gehts zackig nach unten.
Mein Zimmer für die Nacht
Im zweiten Stock links neben dem Balkon war mein Zimmer.
Das Hotel in seiner ganzen Pracht.

Der zweite Tag Schangnau nach Sörenberg

Guten Morgen Tag zwei.
Erst einmal ging es flach weiter
Wunderschöne Emmentaler Bauernhäuser schmückten den Weg.
Wie es sich wohl hier lebt?
Der berühmte, imposante Schibegütsch mal aus der Nähe.
Und von etwas weiter weg.
Von der Brücke beim Kemmribodenbad aus betrachtet.
Die Gedenktafel für die vier verunfallten Soldaten.
Über diese Kante sind Sie abgestürzt.
Weit unten fliesst die Emme zu Tal.
Buchstäblich ein Holzweg. Er ist ganz mit Holzschnitzeln belegt und führt zum Sahlweidli
Wieder einer dieser märchenhaften Waldstücke.
Die Sieben Hengste mal von Süden gesehen.
Und auch der Schibengütsch mal aus einer anderen Perspektive.
In Sörenberg angelangt. Schluss für dieses Mal!

2 Gedanken zu „Trans Swiss Trail Etappen 14 – 15, 10/11.08.2025“

    1. Danke Steffi. Ja, es ist wie bei Euch auch. Man muss eigentlich nicht immer um die halbe Welt fahren. Aber ich liebe neben der Natur eben auch den Kontakt mit der örtlichen Kultur und den Menschen. Das macht mir unheimlichen Spass. Weiter viele tolle Erlebnisse Euch zwei.

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