Tag 7 Jakobsweg 2019

Heiss heisser 27.6.2019! Obschon ich bereits viertel nach fünf meinen Trip nach Gland gestartet habe kam ich doch in den Genuss einer rattenscharfen Sommerhitze. Wie wir alle denke ich.

Der Anfang war toll, Die Sonne zeigte sich noch nicht so und es war angenehm zum Laufen. So früh am Morgen geht mir allerhand durch den Kopf.

Gleich am Anfang beobachtete ich ein Entenpaar das gemeinsam durch den Park watschelte. Es war so eine harmonische Begegnung die mich darüber grübeln liess wie wir Menschen heute leben.

Für diese Enten ist die ganze Welt Ihr Lebensraum. Wir Menschen haben alles fein säuberlich aufgeteilt. Am morgen eilen wir auf die Arbeit, Abends gehts nach Hause.

Dann wird Freizeit zelebriert. Jeder nach seinem Gusto. Irgendwann einmal sind Ferien und die müssen speziell sein. Für Enten am morgen ist keine Zeit. Wir müssen immer weiter, möglichst schnell und effizient rasen wir am echten Leben vorbei.

Warum nur ist das Leben derart ausser Kontrolle geraten? Wieso streben wir nach immer mehr, wohl wissend das mehr Besitz nicht mehr Leben bedeutet.

Solcherlei ging mir beim Anblick dieser vollkommenen Harmonie dieser besonderen Enten durch den Kopf. Ich bin Ihnen dankbar, sie haben uns so viel voraus. Besitzen nichts und sind doch glücklich.

Wo ist der Mensch bloss falsch abgebogen? Im Paradies vielleicht? Oder wäre das Paradies am ende in uns, ohne das wir es sehen können / wollen?

Ich denke so muss es sein. Wir sind immer noch im Paradies, wir erkennen es nur nicht mehr. Heute morgen ist mir ein kleiner Einblick gewährt worden.

Dann kam der Tag langsam in die Gänge. Die Sonne erschien auf der Bühne und fing an alles zu beherrschen. Die Blumen, Gräser und Blätter wendeten sich ihr zu.

Majestätisch blickte sie zu uns herab und begann mit ihrer Aufgabe. Nämlich den kleinen Pilger da unten langsam auf Betriebstemperatur und anschliessend zum kochen zu bringen.

Zum Glück führte mich der Weg immer wieder in wunderschöne Wälder entlang eines fröhlich rauschenden Baches. Hier konnte ich dem Glutofen da oben eine lange Nase drehen.

Aber irgendwann erwischte sie mich doch. Eine neue Möglichkeit mich abzukühlen bot sich an einer Apfelplantage. Die wurde nämlich mit Wassersprinkler besprüht. Also stellte ich mich unter die Baumdusche und liess mich nass spritzen.

Solchermassen abgekühlt stolzierte ich ,zufrieden mit mir, weiter. Da plötzlich fing es an mich überall zu jucken. Als ich auf meine Beine blickte waren die übervoll mit Stechmücken! Auch an meinen Armen waren die Plaggeister interessiert. Offensichtlich hatte mein nasser Körper sie angezogen!

Ein ganz vorwitziges Biest hat mich sogar in den Bauch gestochen. Wollte das Mistvieh Fett absaugen? Wohl bekomms dachte ich.

Genützt hat es leider gar nichts der Bauchunfang ist geblieben. Bloss schmückt ihn nun ein kleiner roter Buckel. Frage, kann man Bauchfett wegkratzen? Dann nämlich wirds vielleicht doch noch was.

Mir bieb nichts anderes übrig wild um mich schlagend im Hoppeltempo (Rucksack) reissaus zu nehmen. Wieder was gelernt, nie bei Hitze an einem Gewässer sich nass machen. Mücken lieben das!

Die letzten Kilometer zwischen Rolle und Gland waren total frustrierend. Da hier das Seeufer offensichtlich ausschliesslich gutbetuchten Geldsäcken gehört, schickten sie mich weg vom Ufer in einem wirren Zickzackkurs.

Immer wenn ich dachte jetzt kommt ein zick und es geht zurück zum See kam ein zack. Es war zum Steinebeissen. Die Sonne freute sich, endlich hatte sie mich da wo sie mich haben wollte.

Nun konnte sie mich genüsslich rösten. Eva und Maria war das eine Plackerei. Schliesslich schaffte ich es doch und ich habe meine Unterkunft in Gland bezogen.

Gerade ist mein Gastgeberin eingetroffen und hat mir ein kühles Desperado Bier kredenzt. Mann tut das gut! Sie heisst übrigens Katja und ist sehr zuvorkommend.

Ich hoffe Sie stört mein Geschnarche heute Nacht nicht. Frisch geduscht und mit Desperado versorgt sieht die Welt gleich wieder viel besser aus!

Morgen werde ich es dieser glühenden selbstherrlichen Goldkugel zeigen! Mich kriegst Du nicht so leicht klein. Ich schaffe das versprochen.

Nun das soll genügen für heute, ach ja begrüssen möchte ich Malu! Sie hat mir heute mitgeteilt, dass Sie mir wieder folgt.

Ich freue mich riesig weil Sie für mich eine Inspiration ist. Nicht plaudern, machen ist ihre Botschaft an uns alle. Danke dass ich Dich hier mitnehmen darf!

Aber nun genug für heute. Ich hoffe, dass Ihr mir weiter treu folgt! Lasst es Euch gut gehen und zeigts der Gluthitze. Ihr seid stärker 💪

Euer Swiss 🌹

Hier noch die Fotos von heute:

Das klein gelbe war heute morgen der MondDiese Ente inspirirte mich heute morgen sehr!

Einen wunderschönen Sonnenaufgang durfte ich auch erleben.

Diese Oase mit dem drolligen Pilger sah ich am Wegesrand.

Sieht doch toll aus der Kerl!

Es war eine tolle Überraschung, einfach so am Wegesrand.

Ich hoffe Ihr könnt die Sprüche lesen?

Wieder einmal war der Weg wunderschön angelegt.

Unter diesem Sprinkler konnte ich mich ein erstes mal abkühlen. (Noch ohne Mücken)

Der Weg führte mich ein erstes mal durch die Rebberge.

Perroy ein hübsches langgezogenes Dorf.

Genf ist in greifbarer Nähe!

Beim Mittagessen in Rolle

Geradeaus dann plötzlich zick dann wieder zack!

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