Tag 37 Jakobsweg 2019 (15 August)

Die Unterkunft gestern hatte etwas von einem Paradies. Inmitten der Wälder und etwas abgelegen stand dieser Gebäudekomplex. Eine ruhige Atmosphäre herrschte unter den vielen anwesenden Pilgerer und Wanderer.

Gemeinsam sassen wir beim einfachen aber schmackhaften Nachtessen. Es hatte etwas zwangloses wie in einem Ferienlager. Ich unterhielt mich so gut es ging mit den anwesenden Leuten.

Natürlich waren es durchweg Franzosen. Aber es war trotz der Sprachbarriere die ich halt doch habe, ein fröhlicher Abend.

Heute morgen wollte ich eigentlich um sieben los. Da es noch regnete und der Wetterbericht besagte das es bald besser würde, wartete ich ab.

Tatsächlich konnte ich um Acht ohne Regen losziehen. Nach Cahors, meinem heutigen Ziel waren es nur 18 km. Es ist zudem meine zweitletzte Etappe vor dem nächsten Ruhetag.

Dieser findet im Örtchen Montcuq statt. Der Ort ist zwar klein, viel kleiner als Cahors, aber ich habe Erholung wirklich nötig. Da es dort keine grossen Schätze zu entdecken gibt werde ich Zeit zur Erholung haben.

Bis dahin werde ich auch den grössten Teil meiner Wanderung hinter mir haben. Ich freue mich auf den letzten Teil, der Landschaftlich wieder einmal einiges zu bieten hat.

Es ist auch das letzte mal auf der Reise das ich auf den Fluss Lot treffe. Ich wende mich nun langsam nach Südwesten, hin zu meinem Ziel Saint Jean-Pied-de-Port. Der Lot fliesst weiter gegen Westen wo er sich mit der Garonne vereint um in den Atlantik zu gelangen.

Ich habe beschlossen meine Reise in Saint Jean-Pied-de-Port zu beenden. Einerseits sehne ich mich nach zuhause und nach Santina. Zudem ist es am günstigsten von Biarritz nach hause zu gelangen.

Andererseits habe ich den Teil nach Pamplona ja bereits letztes Jahr absolviert. Es ist dann auch bereits September und die Wetterlage entsprechend unsicher.

Ehrlich gesagt denke ich das es mir dann auch reicht. Aber zuerst muss ich die restlichen ca. 400km auch erst schaffen.

Ich danke für Eure Aufmerksamkeit und verabschiede mich bis morgen. Seid stark, morgen ist bereits wieder Freitag und das Wochenende winkt schon heftig!

Euer Swiss 🌹

Da es gestern nicht so geklappt hat mit der Verbindung, hier erst ein paar Fotos von gestern. Das hier ist wieder ein Beispiel dieser vielen verfallenden Gebäude. Ab und zu scheint es noch landwirtschaftlich genutze Flächen zu geben. Wenn auch nur wenige.

Die Kilometerangaben auf diesem Wegweiser scheinen mir recht gut zu stimmen. Demnach waren es gestern von hier zu meinem Ziel noch 417km. Seither habe ich wieder 26km hinter mich gebracht. Das würde heissen, es fehlen noch 391km bis zum Ziel.Auf dem Römerweg.Pause!Meine Bleibe von gestern.

Ihn habe ich gestern mit Zucker gefüttert. Ihm hats geschmeckt.

So sah es heute morgen aus. Etwas düsterer als gestern wars schon. Nochmal das Paradies von gesternEine Ruine auf dem Weg.

Sieht aus wie ein überdimensionales Bienenhaus? Keine Ahnung!

Der Lot mit Cahors im Hintergrund.

2 Kommentare zu „Tag 37 Jakobsweg 2019 (15 August)“

  1. Hallo Roli!
    Schön jeden Tag von Dir zu lesen. Ich finde es eine wunerschöne Gegend, gerade weil sie ein wenig verlassen wirkt. Tolle Bilder schiesst Du immer wieder!
    Ich wünsche Dir noch viel Durchhaltevermögen! Gut machst du immer wieder Ruhetage, sonst könnte man sowas wahrscheinlich nicht schaffen! Noch viele schöne Eindrücke und Begegnungen ☀️👑

    1. Vielen Dank für die Blumen. Es ist nicht immer leicht, dass stimmt. Aber es ist halt eine gewisse Leidenschaft die mich antreibt. Ich kann das nicht erklären. Es ist die Natur, es sind die Tiere die mich immer wieder faszinieren und letztlich auch die Menschen denen man begegnet. Aber am meisten sind es wirklich die Tiere. Da verändert sich etwas in mir. Sie sind so nahe an der Natur, am Ursprung, so nahe wie wir es wohl nie mehr vermögen zu sein. Das stimmt mich nachdenklich und auch ein wenig traurig. Ich kann je länger je weniger verstehen warum wir es nicht schaffen friedlich zusammenzuleben. Woodstock ist 50 Jahre her und was ist daraus geworden? Was wurde aus den Träumen unsere Jugend? Da gehe ich lieber laufen und vergesse den ganzen Irrsinn unserer Zeit. Unter uns Pilgern herrscht noch sowas wie Solidarität. Ich danke Dir für Deinen Beitrag.

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