Tag 11 Jakobsweg 2019

Da bin ich wieder, vom gestrigen Anfall von Grössenwahn fast vollständig geheilt. Ausser, dass ich absolut nicht verstehen kann warum wir nicht gebührend empfangen werden! Staatsbesuch und so.

Nun gut wir sind also heute morgen frischen Mutes weiter in Frankreich vorgedrungen. Leider leide ich zurzeit an akuter Verstopfung. Das will heissen ich bin ein Scheisskerl, Entschuldigung für den Ausdruck.

Damit schleppe ich zu allem Überfluss noch einen Hauffen Zeugs mit mir rum das man gemeinhin in einer geeigneten Einrichtung zurücklässt. Ihr versteht… im Scheisshaus. Sorry aber Euch muss man immer alles deutlich vor Augen führen 😂 Tut mir echt leid, dass ich so ein Scheissthema hier so deutlich erklären muss!

Nun zu anderen erfreulicheren Dingen. Trotz meinem Gebrechen, ihr wisst jetzt welches, schafften Jürg und ich die zwar schöne aber auch anspruchsvolle Strecke.

Es hatte einige recht garstige Steigungen meist gefolgt von nicht minder garstigen Gefällen. Normalerweise für mich kein allzugrosses Problem. Aber wenn man bis obenhin voll… Ihr wisst schon, ist wird das ganze echt mühsam.

Zu allem Überfluss war auf der gesamten Strecke nicht ein einziges Gasthaus auszumachen. Da war es natürlich ein Vorteil, dass ich nicht musste… Ihr wisst schon. Ich hätte allerdings auch gar nicht gekonnt, auch wenn es zehn Gasthäuser gehabt hätte was ja eben nicht der Fall war.

Also, nach ca. 22 km war die ganze Plackerei zuende und wir sind bei unseren heutigen Gastgebern in Chaumont angekommen. Sie wiesen uns die zwei einzigen Zimmer zu die sie an Pilger wie uns vermieten. Diese sind im oberen Stock eines typischen Bauernhauses gelegen.

Unser Gastgeber hat das uralte heruntergekommene Haus gekauft und es dann sorgfältig und äusserst geschmackvoll renoviert.

Nur ein kleines Detail ist Ihm dabei missglückt. In meinem Zimmer hat es eine begehbare Erlebnis Dusche und bei Jürg eine Badewanne. Dreht nun Jürg in seinem Zimmer das Wasser auf ist bei mir Wüste angesagt.

Dumm war das, weil ich mich zuerst unter besagte Dusche stellte. Wasser marsch, super. Dann seifte ich mich von oben bis unten so richtig ein. Man will ja zumindest äusserlich sauber dastehen.

Mittlerweile war auch Jürg in der Badewanne angekommen und drehte den Wasserhahnen auf. Ich wollte es ihm gleich tun…. nichts geschah. Jürg ahnte natürlich nichts davon. Bei Ihm lief ja die Sache ja.

So stand ich unter der knochentrockenen Dusche, der Schaum lief mir mittlerweile in die Augen und wartete sehnsüchtig das Jürg endlich seinen Wasserhahn zudrehte.

Was soll ich sagen, der füllte vermutlich einen Swimmingpool auf und ich stand derweil wie eine Menschgewordene Seifenwerbung unter meiner Trockendusche. Endlich stellte er ab und ich spülte die mittlerweile eingetrocknete Seife aus Mund und Augen. Sauber bin ich jetzt bestimmt.

Tja wie ihr seht ein ganz gewöhnlicher, langweiliger Pilgeralltag. Notiz für mich: sollte ich im Verlauf des Abends doch noch können… Jürg informieren damit der nicht etwa nochmal seinen Swimmingpool füllt gleichzeitig. Ihr ahnt was dann passieren würde!

Nun denn ich hoffe Euch plagen keine derartigen Probleme und Ihr könnt in Frieden Euren Feierabend geniessen.

Wie immer Euer Scheisskerl Swiss 🌹💩

Fotos folgen ich geh jetzt essen!

Allor da sind sie:

Da gehts lang nach Santiago de Compostela

Der erste Wegweiser aus Stein mit Kilometer Angabe 1804 glaube ich

So parkiert Jürg seinen Rucksack…

Und so sieht es aus wenn man schon ein paar tausend Kilometer gelaufen ist und dann parkiert 🙃

Sieht etwas wirr aus ist ein ausgewaschenes Bachbett von oben Aufgenommen.

Nachfolgende Bilder zeigen die Schönheit dieser Gegend.

Jürg am warten auf das Nachtessen, war übrigens ganz ausgezeichnet!

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