Prinz Luipold Haus 30.6

Die nächste Etappe führte mich zum Prinz Luipold Haus. Es war die bisher längste mit der längsten Steigung. Aber ich hatte ja einen Ruhetag dazwischen. Für mich ist das wichtig. Ich kann so fünf Tage laufen, dann braucht mein Körper diese Erholungspause. Ich bin bisher immer gut damit gefahren.

Die ersten 15km waren recht einfach zu laufen. Dann wars aus mit den einfachen Wegen. Wie schon so oft hier in den Österreichischen und Deutschen Alpen ist die Wegführung nicht gut signalisiert. Wobei ich den Eindruck habe, dass die Deutschen es besser machen.

Zu meinem Erstaunen lag über 1900müM noch sehr viel Schnee. Ich musste einige Schneefelder überwinden was nicht immer gut gelang. Einmal bin ich ausgerutscht und etwa 30m über den Schnee in ein Geröllfeld geknallt. Ausser das meine Hose jetzt ein dreieckiges Loch hat und mein Schienbein schmerzt bin ich ok.

Kurz vor dem Pass traf ich auf ein riesiges ziemlich steiles Schneefeld. Es war unmöglich hier hochzulaufen. Also blieb mir nichts anderes übrig, als seitlich die Felsen hochzuklettern. Ich bin ja jetzt nicht so geübt im Klettern und mit 10kg am Rücken wirds auch nicht leichter.

Immer wieder musste ich mir einen neuen Weg suchen um nicht abzustürzen. Ich habe fast zwei Stunden gebraucht um die etwa 80 Meter hochzuklettern. Es war schon etwas grenzwertig. Ich vermutete, dass in diesem Jahr noch niemand den Weg gegangen ist. Was mir später der Hüttenwart bestätigt hat.

Auf der anderen Seite waren Tritte im Fels und ein Seil gespannt. Damit ging es recht flott Richtung Hütte. Durch die Kletterei kam ich erst um 19:30 Uhr an. Die Küche hat mir trotzdem noch schnell ein Teller Spaghetti gemacht.

Das war schon ein rechtes Abenteuer. Sowas brauche ich eigentlich nicht wirklich. Ich bin sehr froh, heil aus der Situation rausgekommen zu sein. Was mich erstaunt, dass hier immer noch so viel Schnee liegt? Ich bin ja jetzt schon ein paar Mal über 2000müM gewesen. Aber nirgendwo sonst traf ich auf so grosse Schneefelder. Muss etwas mit dem Örtlichen Klima zu tun haben.

Es war auch recht kühl und zeiweise blies mir ein kalter Wind um die Ohren. Zwischendurch hat es auch immer wieder leicht geregnet. Ich habe denn auch meine Windichte Regenjacke angezogen und den Rucksack in die Regenhülle gesteckt. So blieb alles schön trocken. Bis auf die Regenjacke. Die hängt jetzt zusammen mit den Schuhen im Trockenraum.

Für morgen ist wieder etwas besseres Wetter vorausgesagt. Genau das wünsche ich Euch jetzt auch. Ihr habt ja in letzter Zeit einige starke Gewitter erlebt wie ich hörte.

Ich werde jetzt sicher heute Nacht sehr gut schlafen. Euch wünsche ich auch eine gute Nacht und morgen einen sonnigen Tag.

Euer Swiss🌹

PS Das hochladen hat gestern leider nicht geklappt. Also halt jetzt erst 😉

Das erste mal in Regenkluft
Da war der Weg noch breit wie eine Autobahn. Das sollte sich bald ändern.
Da sah es schon ziemlich anders aus.. den Sattel ganz rechts (wo der Stock hinzeigt) entpuppte sich als ein einziges Schneefeld.
Hier ein Bild von der anderen Seite. Zwischen dem Zahn in der mitte und der Felswand links bin ich herunter marschiert.
Blick auf das Prinz Luipold Haus. (Links vom See)

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

drei + siebzehn =

Scroll to Top