Morgens um 8 gings los. Endlich wieder Wandern, wie schön. Ich war von Lavorgo mit dem Bus zum Start in Anzonico gegondelt. Genau die Strecke die ich letztes mal laufen musste. Weil ich Esel den Bus verpasst hatte.
Heute war ich bereits eine Viertelstunde vorher beim Busbahnhof und habe deutlich sichtbar auf den gelben Wagen gewartet. (Wie passend, Gelber Wagen : Esel) Ich erinerte mich an jede der endlosen Kurven.
Wieder erwartete mich die grandiose Landschaft auf der Strada Alta. Und wieder war der Weg schwierig zum Laufen. Immer wenn es in Richtung der vielen Dörfer und Weiler ging, wurde der Weg besser. Nur um wenig später wieder sauschwierig zu werden.
Nur diesmal waren es die vielen ausgesetzten schmalen Passagen die mich forderten. Ein Misstritt und ich wäre gewesen. Da galt es für mich, immer vorsichtig den Fuss abzustellen.
So langsam merke ich die siebzig Jährchen. Ich laufe nicht mehr so locker über solche steinigen Wege. Natürlich auch, weil ich schon so oft den einen oder anderen Misstritt kassiert habe. Sowas gräbt sich ins Gedächtnis.
Mich haben auch einige Wanderer locker lässig überholt. Die waren zum Glück alle 20 – 30 Jahre oder mehr jünger als ich. Den greisen Alten stockträger haben Sie freundlich gegrüsst bevor Sie um die nächste Kurve wetzten und verschwanden. Es hat mich nicht gross gekratzt. Ob die alle in meinem Alter noch so laufen werden bezweifle ich.
Etwas ganz kurioses bemerkte ich kurz vor einer äusserst heiklen Stelle. Plötzlich hörte ich hinter mir Gespräche. Als ich mich kurz umdrehte, sah ich zu meinem Entsetzen weit hinter mir ein Paar, dass seine Fahrräder trug und sich den Stellen näherte. Kopfschüttelnd kletterte ich eine sehr gefährliche steile Steintreppe hoch. Das Paar sah ich nie wieder. Ich hoffe sehr Sie sind umgekehrt.
Wieso müssen diese Radler sich auf solch gefährliche Wege begeben? Es wäre viel zu gefährlich gewesen im weiteren Verlauf Fahrad zu fahren. Selbst so ein Ungetüm über die schmalen Stellen zu tragen halte ich für Unsinnig. Einge Menschen sind echt unvernünftig.
Bei Kilometer elf war plötzlich Schluss. Der weitere Weg war gesperrt und ich musste (mal wieder) den Weg über die Asphaltstrasse unter die brennenden Füsse nehmen. Sieben endlose Kilometer und unzählige Kilometer ging es 1000 Meter nach unten. Nicht wirklich toll. Zudem endete die Passstrasse einige Kilometer von meinem heutigen Ziel entfernt im Tal. Die angegebenen 18 Kilometer für heute hatte ich bereits intus. Also nahm ich kurzentschlossen den Bus nach Biasca.
Ich gebe es ungern zu, aber ich bin ziemlich fertig. Hoffentlich löst sich das bis morgen. Weil die nächste Etappe ist wieder mit „schwierig“ bezeichnet und mit 27 Kilometer auch recht lang. Allerdings sollte es ziemlich flach sein jetzt. Wie es aussieht ist es jetzt fertig mit gefährlichen Stellen.
In diesem Sinne schlaft schön und bis Morgen
Euer Swiss 🌹🌹🌹❤️











