Nach einer Nacht mit vielen Krämpfen in den Beinen, die mich Stundenlang immer wieder aufgeweckt haben und einem endlosen Schnarchkonzert, erwachte ich frisch und munter (wer‘s glaubt) um halb sieben in der (sehr) Früh.
Gott war ich sowas von bereit wieder loszupreschen! Aber jetzt war ich nun mal da. Also los, alles zusammenpacken und mal erst in aller Ruhe Frühstücken. Die Unterkunft hat dazu extra ein erstklassiges Buffet in einem leeren Zimmer hergerichtet. Es war überhaupt eine sehr hübsche Unterkunft. Falls Euch mal der Hafer sticht, Ostello pro Osco kann ich empfehlen. Nur hinzukommen… oh lala!
Dann ging es los mit der nächsten Etappe. Also ehrlich gesagt, so ganz entspannt ging das nicht. Die Achillessehne rechts wollte den Spass nicht so wirklich mitmachen. Hab ich ignoriert, schliesslich sage immer noch ich was geht… humpelt.
Wie auch immer, der Weg war heute um einiges angenehmer. Endlich konnte ich das ganze so richtig geniessen. Ich habe mehrere typisch Tessinerische Berg Dörfer durchwandert. Typisch im Sinne von alten Steinhäuser verbunden durch enge Gässchen. An relativ vielen hingen Schilder mit der Aufschrift „vendesi“. Also zu verkaufen.
Da kam mir schon der Gedanke warum ich nie auf die Idee gekommen bin so ein Häuschen zu kaufen? Man stelle sich vor, an einem lauschigen Sommerabend mit der Liebsten vor dem Häuschen auf einer Bank zu sitzen. Dem Rauschen des nahen Bächleins und des Waldes zu lauschen. In deren Geäst die Vöglein ihren wunderbaren Gesang ertönen lassen.
Da frage ich mich schon, wozu wir uns krumm ackern? Für Dinge die wir uns dann kaufen um uns von der tristen Weltlage abzulenken. All der Firlefanz den wir eigentlich gar nicht zum glücklich sein benötigen. Hier ist die Welt zwar auch nicht mehr so ganz in Ordnung. Aber sie ist da und sie ist wundervoll. Ausser den Wanderwegen die Dich in die Waden beissen.
Ganz so schlimm war die heutige Etappe jedoch nicht. Im Gegenteil, der Wanderweg war um einiges leichter als gestern. Zum Glück, noch so einen Tag hätte ich wohl nicht geschafft. Wegen des gestrigen Tripps war ich doch einigermassen geschafft und etliches lansamer als üblich. Ich hatte mir vorgenommen um 12:56 einen Bus in Anzonico zu nehmen der mich zum Bahnhof in Lavorgo bringen sollte.
Da die Zeit immer knapper wurde war es eine Offenbarung als ich kurz vor Anzonico in einem Dorf dessen Name mir entfallen ist, ein Postauto stehen sah. Der Fahrer meine er könne mich bis Anzonico mitnehmen. Als stieg ich ein und war fünf Minuten später da. Natürlich eine Stunde zu früh.
Ich ich setzte mich auf eine Bank in der nähe der Haltestelle und genoss die Sonne und die Ruhe. Endlich konnte ich mich zurücklehnen. Leider tat ich das einen Tick zu lange. Ich bemerkte den Bus erst, als er an der Haltestelle vorbeibrauste! Da half alles winken und Rufen nichts mehr. Der nächste Bus würde erst zweieinhalb Stunden später ankommen.
Das war mir denn doch zu lange. Also noch mal fünfeinhalb Kilometer und dreihundert Höhenmeter runtermarschieren. Was soll ich sagen, um 14:32 sass der dämliche Wanderer im Zug erster Klasse auf dem Weg nach Worb SBB. Dort wurde ich empfangen von meinem lieben Frauchen. Damit gingen die ersten echten Wandertage im 2026 für mich glücklich zuende.
Ich danke Euch allen die mich immer wieder lesend auf meinen Wanderungen begleiten. Es tut gut meine Erlebnisse mit Euch teilen zu dürfen. Bis zum nächsten mal, machts gut!
Euer Swiss 🌹🌹🌹❤️













ganz herzlichen dank lieber roland!! deine berichte sind immer soo „süüffig“ zum lesen!!
könnten ja für richiger ferien so ein häuschen kaufen….🤣🤣
viel glück weiterhin!!
herzliche grüsse erwin u verena