Was für eine Nacht. Geschlafen habe ich nur so mittelmässig. Es war kalt im Zimmer und das Bett ziemlich schmal. Ich bin ein paar mal erwacht kurz bevor es mich rausgeschmissen hatte. Zudem merkte ich die Höhe. Eigentlich erstaunlich weil ich in Nepal mal auf 4100müM geschlafen habe.
Dafür war dann der Morgen eine tolle Überraschung. Die Sonne strahlte und erhellte das unglaubliche Panorama dieses einzigartigen Ortes. Es gibt viele Geschichten über diesen Pass. Ich denke jeder kennt die über Barry den Berhardiner der viele Leben gerettet hat.
Dann gibt es da die berühmte Gotthardfestung die uns im zweiten Weltkrieg vor einer Invasion der Deutschen und der Italiener schützen sollte. Heute sind beide Nationen trotzdem in unser Land als Touristen oder Gastarbeiter eingefallen. Hat also nicht so viel gebracht. 😁
Und dann sind da noch der russische General Suworow der mit seiner ganzen Armee über den Pass gegangen war. 22‘000 Mann stark war seine Armee mit der er die Franzosen besiegen sollte. Für die Menschen unterwegs in den Bergdörfern war das wie ein Heuschrecken Schwarm. Sie wurden geplündert und Häuser angezündet. Heute gilt General Suworow in Russland als Held. Obschon er sein Ziel nicht erreichte und mit nur rund 5000 Mann von dieser monströsen Tour zurückkehrte. Da sind meine Wanderungen Peanuts dagegen.
Und natürlich darf da die legendäre Rockband Gotthard nicht fehlen. Und natürlich Steven Lee ihr charismatischer Frontmann und Sänger. Der 2010 bei einem tragischen Unfall in Nevada ums Leben kam. Ein ins schleudern geratener Lastwagen erfasste Lee auf seinem Motorrad und er verstarb auf der Unfallstelle. In einer bewegenden Zeremonie haben Fans, Angehörige und Freunde auf dem Gotthard von Ihm Abschied genommen.
Ich hingegen habe wohl keinen bleibenden Eindruck auf diesem geschichtsträchtigen Pass hinterlassen. Nach einem tollen Morgenessen machte ich mich auf durch die wunderschöne Kopfsteinpflaster Passstrasse, die sog. Tremola Richtung Airolo zu wandern. Es waren 890 Höhenmeter nach unten die mich und meine Beinchen erwarteten.
Ich habe einige spektakuläre Bilder machen können unterwegs. Wegen meinem Fuss bin ich im oberen Teil öfter von der vorgegebenen Route abgewichen und auf der Tramola Strasse gewandert. Unterwegs sind mir nur sehr wenige Wanderer begegnet. Dafür jede menge Velo, Töff und Autofahrer die das Spektakel Tremola erleben wollten. Aber am intensivsten erlebt man diese gewaltige Natur zu Fuss. Ich konnte einige Murmeltiere beobachten und auch einen Marder der mit einer Maus in der Schnauze an mir vorbei flitzte.
Da der Wanderweg zwar zeitweise sehr steil, aber eben nicht sehr lang war, kam ich bereits um halb eins in Airolo an. Dort bin ich in den Zug nach Bellinzona gestiegen wo mein heutiges Nachtlager auf mich wartete. Morgen laufe ich dann den definitiv letzten Teil meiner Wanderung auf dem Trans Swiss Trail.
Damit habe ich wieder einen meiner Trails abgeschlossen. Irgendwie ein gutes Gefühl aber auch mit ein wenig Wehmut gemischt. Wie immer wenn es mir gelingt einen Weitwanderweg abzuschliessen. Doch es warten hoffentlich noch einige Abenteuer auf mich. Mal sehen wie lange Santina und mein Körper da noch mitmachen.
Natürlich freue ich mich immer, wenn ich sehe wie viele Menschen aus meinem Umfeld meinen Erzählungen folgen. Ihr seid definitiv ein wichtiger Motivator und Teil meiner Wanderungen. Ich danke Euch von Herzen dafür. 🌹🌹🌹❤️
Euer Swiss















alle achtung u bravoooo!! hoffentlich weiter so!!
blib gsung u härzlechi grüess dini nachbare🍀🙏