Fast vier Wochen habe ich jetzt Zuhause verbracht. Es war wieder einmal einiges los. Da ich ja den grauen Star in meinem linken Auge nicht wie geplant am 4 Mai sondern erst am 8. Juni operiert bekommen habe. Musste ich anschliessend mit Wandern vorerst pausieren. 4 Wochen keine grossen Sportlichen Aktivitäten meinte mein Augenarzt.
Na gut, es sind jetzt erst drei Wochen, aber ich dachte mir, die zwei Etappen über den Gotthard und anschliessend den Teil von Bellinzona nach Isone den ich ausgelassen hatte, die mache ich jetzt. Sind ja nicht so anstrengend dachte ich mir.
Nun habe ich also den Gotthard erklommen. Ich habs ja versprochen, dass ich diese Etappen noch unter meine Hufe nehmen werde. Jiihaa! Der Grund warum ich mit der Via Alpina zuwarte ist folgender. Die vielen Stürze mit dem linken Fuss sind ganz schlechte Voraussetzungen um die Via Alpina zu laufen. Es wäre einfach zu gefährlich.
Also bin ich zum Hausarzt und der schickt mich nun zu einem Spezialisten. Einen Termin habe ich erst am 8 Juli bekommen. Das wirft nun meine ganze Planung über den Hauffen und ich überlege mir anstatt die Via Alpina den Alpen Panorama Weg zu laufen.
Die Zeit ist leider jetzt zu knapp um die Via Alpina fertig zu laufen. Es sind 900 Kilometer die mir da noch fehlen. Dazu kommt die Unsicherheit mit dem Fuss. Den Alpen Panorama Weg hingegen könnte ich schaffen. Und er ist auch leichter zu laufen. Der Weg startet in Rohrschach, geht quer durch die Schweiz und endet in Genf. 500 Kilometer sind zu wandern. Dieses mal von Osten nach Westen.
Vermutlich habt Ihr Euch auch schon des öftern gefragt, wieso macht man so etwas? Sich mit zehn Kilo oder mehr Gepäck durch die Pampa zu quälen? Bei jedem Wetter und bei jeder Temperatur? Ich habe es auch schon oft zu erklären versucht.
Heute war es besonders garstig. Ich hatte mir vor einiger Zeit so einen High Tech Poncho gekauft. So ein grünes Monstrum aus ultradünnem, absolut wasserdichtem Plastik. Es soll den Wanderer samt Rucksack in ein wasserdichtes Grünes Plastikzelt hüllen. Leider habe ich es vorher noch nie ausprobiert.
Das sollte sich jetzt rächen! Am Bahnhof Andermatt angekommen gönnte ich mir erst einen Milchkaffe. Die Fahrt mit dem Zug war so ultraknapp getimt, dass ich zum Umsteigen jeweils nur einige Minuten Zeit hatte. Zu kurz um auch nur einen Kaffe zu kaufen. Zurück zum Ponco.
Vor dem Bahnhof versuchte ich nun mich und den Rucksack gleichzeitig in den Plasticsack zu kriegen. Erst fand ich partout den Ausgang für Kopf und Hände nicht, ohne gleichzeitig im Rucksack zu verschwinden. Was leider sehr unvorteilhaft beim Wandern wäre. Schliesslich muss ja ich den Rucksack tragen und nicht umgekehrt. Dann wollte das Ding wieder nicht vorne und hinten gleichzeitig bis zum Boden fallen.
Ich zog eine erstaunliche Show da im Bahnhof Andermatt ab, bis es mir endlich gelang alles am richtigen Platz zu drapieren. Applaus gab es leider keinen, aber ich konnte endlich hinaus in den Wind und Regen schreiten. Aber auch da machte der Umhang Zicken. Er flatterte mal hier und mal da hin. Ich hatte alle Hände voll zu tun, damit nicht abzuheben wie so ein Gleitschirm Pilot.
Zurück zum Grund warum wandern. Wandern ist die ehrlichste und älteste Form von a nach b zu gelangen. Seit den Höhlenbewohnern hat sich daran nichts geändert. Klar, diese Urmenschen hüllten sich in Felle, stanken und gingen barfuss hinaus in die Natur. Wir heute tragen Hightech Klamotten. Schuhe die mit allem möglichen ausgestattet sind was man sich nur vorstellen kann. Wir jagen auch keine Mammuts mehr, was auch schwierig wäre da ausgestorben.
Aber unter all dem hipermodernen Kram fangen auch wir an zu stinken! Da es nach wie vor an uns liegt unseren Körper auf den uns gewachsenen Beinen fortzubewegen. Ehrlich und ganz ohne Hilfsmittel die uns die Arbeit abnehmen. Ein weiterer Grund warum ich wandern liebe. Weil es ehrliche Arbeit ist und Du ganz alleine das leisten musst.
So, dass wars mal wieder. Genug gequatscht für heute. Ich geh jetzt schnarchen.
Danke für Eure Aufmerksamkeit und bis Morgen. 🌹🌹🌹❤️
Euer Swiss












Uebere Gotthard flüge d Bräme oder äs wanderet äs grüens Manndli drüber..pass nume uf, dass di d Schnägge nid finde..
Du hesch dir wider ä schöni Gägend usgsuecht zum wandere. de wünsche ig dir witerhin
Schöns u Interessants u häb dir Sorg zu dim Fuess.
Grüessli vor Heidi
Ja danke, Schnägge hets tatsächlich hunderti gha uf em Wanderwäg. Vermuetlch wius so usgibig grägnet het. Aber eventuell hei si ja das grüene Manndli wöue gschoue? Ig sitze itz scho ds Bellinzona im Hotel. Gruess Roland