Unglaublich wie die Zeit davonrennt. Ich komme mit dem Schreiben nicht hinterher! Trotzdem, ich gebe mir die grösste Mühe noch vor Weihnachten das letzte Stück dieses Jahres in Schrift und Bild zu bringen. Jetzt aber erstmal Stans – Seelisbeg.
Diese Etappe unterscheidet sich stark von der Etappe 18. Dieses mal geht es entlang des tiefblauen Vierwaldstättersees. Also läuft man eher in ziemlich flachem Gelände. Ausser am Schluss aber davon später.
Erst einmal geriet ich nach dem aussteigen am Bahnhof drekt in den Stanser Weihnachtsmarkt. Er ist riesig und es hat viele grossartige Sachen die man sich ansehen und kaufen konnte. Aber dazu war ich ja nicht hergekommen.
Danach ging es hinaus aus dem Städtchen und gleich mal steil nach oben. Von da hat man einen tollen Blick zurück auf Stans und natürlich auf die Pilatuswerke und Ihre Lande- respektive Startbahnen. Hier herrschte an diesem sonnigen Tag denn auch reger Betrieb.
Ich sah mindestens 10 Starts und Landungen der eleganten Privatjets. Kaum zu glauben wieviele Mnschen sich so ein teures Spielzeug leisten können! Ich jedenfalls bin schon froh, mir ein Elektroauto gönnen zu können. Was nebenbei auch die Umwelt hoffentlich weniger verschmutzt. Egal, wie schon bei der vorderen Etappe schwirrte wieder ein Testpilot in der Gegend herum und vollzog seine tollkühnen Manöver.
Weiter ging es hinunter zum Vierwaldstättersee. Da ich dringend etwas los werden musste, stürmte ich in Buochs in den Sternen. Dieses Restaurant entpuppte sich als richtig urchige Beiz wie man sie nur noch sehr selten findet. Sehr schade eigentlich. Am Stammtisch sassen einige Herren im gesetzten Alter und spielten Karten. Neugierig beäugten Sie den eintretenden Wandersmann mit seinem Rucksack. Ich grüsste freundlich wie es sich gehört und wurde ebenso freundlich zurückgegrüsst. Danach widmeten sich die Herren wieder Ihrem Kartenspiel.
Ich fühlte mich in die Kindheit zurückversetzt, wo das noch Alltag in den Beizen war. Heute wimmelt es ja mehrheitlich von gestylten Restaurants, die Dich mit allerlei fremdländischem Food beglücken möchten. Nichts dagegen, so ein köstliches Sushi ist schliesslich nicht zu verachten. Oder die Pizzas aus Italienischen Ristorantes sind auch ganz vorzüglich. Nur vermisse ich halt ab und zu doch die alten Beizen mit den deftigen Schweizer Gnagis und der Bernerplatte mit Rippli und Suurchabis.
Also weitergewandert. Alles dem See entlang bis kurz vor Beckenried. Von da an geht es sehr steil neben grossen Steinplatten, mitten durch die Felsen Richtung Seelisberg. Diese Steinplatten beherbergen ein 120 Millionen Jahre altes Geheimnis. In dem Fels sind nämlich die Spuren einer Dnosaurierherde erhalten geblieben! Staunend habe ich vergeblich versucht die Spuren zu identifizieren. Leider ohne Erfolg, sie blieben mir verborgen. Trotzdem erfüllte es mich mit Ehrfurcht und ich bekam Hühnerhaut. Wenn man sich vorstellt, dass hier Spuren von Tieren erhalten geblieben sind, die vor vielen Millionen von Jahren gelebt hatten und hier vorbeigezogen sind! Da wo ich gerade gestanden bin, unheimlich!
Diese Gedanken verfolgten mich den ganzen steilen Weg hinauf nach Seelisberg. Dieser Ort beherbergt nach der Überlieferung die Geburtstätte der schweizerischen Eidgenossenschaft. Das Rütli ist eine Wiese unterhalb Seelisberg am Ufer des Vierwaldstättersees. Hier trafen sich der Legende nach Vertreter aus den Urkantonen Uri, Schwyz und Unterwalden und leisteten gemeinsam den Rütlischwur. Es sollte die Urkantone gegen die fremden Vögte die sie beherrschten vereinen. Wann sich dieser legendäre Rütlischwur ereignet haben soll ist Teil der Geschichte.
Sicher ist nur, dass sich die Bauern gegen Ihre Knechtschaft auflehnten und die Vögte sich schliesslich zurückziehen mussten. Was später daraus konstruiert wurde ist grösstenteils Legende. Genauso wie die Geschichte von Willhelm Tell. Einer Figur die Friedrich Schiller nach Berichten von Konrad Justinger erschuf. Dies war ein Berner Chronist der seinen Bericht ca. 150 Jahre nach den Ereignissen von damals schrieb. Verbürgt ist die Figur Tells in keinen historischen Dokumenten. Die Ereignisse hingegen und Figuren wie Werner Stauffacher und Walter Fürst hingegen schon.
Zurück zur Wanderung. Die Rütliwiese lag leider nicht an der Wanderroute was ich sehr bedaure. Irgendwann werde ich mir diesen wichtigen Platz der schweizerischen Geschichte ansehen. In Seelisberg endete diese historisch und geschichtlich äusserst interessante Wanderung auf der Etappe 19.
Es würde mich freuen, wenn ich Euch gut unterhalten habe und vielleicht sogar etwas schweizerische Geschichte vermitteln konnte. Das meiste stammt aus Recherchen im Internet. Noch eindrücklicher wird die Gschichte, wenn man sie sich vor Ort vor Augen führt.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und bis demnächst!
Euer Swiss 🌹🌹🌹♥️













