Etappe 19 Engstlenalp – Gadmen 09.08.22

Mann bin ich spät dran, sorry! Es war aber auch eine verrückte Etappe. Im Zug nach Meiringen setzte sich ein Typ zu mir und wir kamen ins Gespräch. Wie es sich herausstellte war Er auch unterwegs auf der Via Berna.

Im Bus trennten sich unsere Wege weil ich die Gelegenheit in Meiringen dazu benutze mir Getränke zu kaufen. Daher war der Bus fast voll und ich fand lediglich einen Platz ganz hinten.

Doch beim Aussteigen wartete Er auf mich und so begannen wir den Weg gemeinsam. Ich dachte mir ok, für einmal habe ich einen Wanderpartner was ja auch toll sein kann. Mal sehen ob wir zusammenpassen.

Weil hetzen lasse ich mich bekanntlich nicht. Es ist überhaupt schwierig einen passenden Weggefährten zu finden. Witzigerweise fanden wir ganz gut zusammen. Der Weg führt zuerst recht moderat zum Übergang Sätteli. Unterwegs gabs wieder so ein wahnsinnig sinnvolles Schild worauf vor Steinschlag gewarnt wird.

Ich habe bis heute nicht begriffen was uns das helfen soll? Umkehren, losrennen, Kopf einziehen oder runter ins Tal einen Helm kaufen? Keine Ahnung, wir habens zur Kenntnis genommen und sind weitermarschiert. Oben angekommen waren wir zum Glück noch heil!

Aber ob dem Anblick der sich uns da bot wurde ich doch etwas bleich. Mit einem Abstieg mit einer Neigung von 40! Grad hatte ich nicht gerechnet. Gut habe ich mir das erst nachher auf dem Handy angeschaut. Geändert hätte das zwar auch nichts, aber ich wäre gewarnt gewesen.

Da erblickte ich hoch über uns einen Gleitschirmflieger. Ich versuchte ihn für eine Mitflieggelegenheit zu gewinnen und streckte den Daumen raus. Der Typ ignorierte mich selbst als ich es mit Zurufen versuchte. Pech gehabt, die 40 Grad musste ich runter.

Ich schwitzte und bremste wie verrückt. Hätte ich Bremsen gehabt hätten die sicher geglüht. So glühten nur meine Kniescheiben und die Stossdämpfer fingen an weich zu werden. Noch dazu hatte ich Walter im Genick, so hiess mein Leidensgefährte, den ich im Verdacht hatte dass ich Ihn gehörig ausbremste. Und das obwohl er eine defekte Kniescheibe und fünf Jahre mehr auf dem Buckel hatte.

Später bemerkte ich, dass Er auch so seine Probleme mit der Streckenführung hatte. Gottseidank, ich war nicht der einzige der so langsam seine Jährchen spürt. Nur wäre ich stolz mit 71 noch über eine solche Kondition zu verfügen!

Schliesslich gelangten wir zur Tallihütte wo mir ein Tee kredenzt wurde. Hier endet auch die Bergstation der gleichnamigen Gondelbahn. Will heissen hier trafen wir auf allerlei nicht so richtig berggewandtes Volk. Beim weitergehen wurde der Weg weder flacher noch weniger ausgesetzt.

Was einige dieser komischen Vögel nicht davon abhielt es doch zu versuchen. Wir trafen Sie an einer besonders ausgesezten Stelle. Sie rutschten fast auf dem Allerwertesten den steilen Schotterweg nach unten. Wir konnten diesen Turnschuhtouris auch nicht helfen und zogen vorbei. Unglaublich was für bescheuertes Volk man in den Bergen antreffen kann.

Ich erinnere mich noch gut an eine Begegnung in Nepal. Als uns zwei Jungs überholten auf dem steilen Weg von 5415 müM nach unten über ein Schneefeld. Ich traute meinen Augen nicht als ich bemerkte, dass diese Irren Turnschuhe trugen über die Sie Plastiktüten gezogen hatten! Es war minus fünfzehn Grad kalt!

Da wundert Dich echt nichts mehr. Im weiteren Verlauf nach Gadmen waren noch einige sehr heikle Stellen zu überwinden die noch um einiges mehr Geschick erforderten als die Stelle an der wir die drei (Wanderer?) überholt hatten. Dazu war es ziemlich heiss und die hatten weder Rucksäcke noch Getränke bei sich.

Ich hoffe sehr, dass die drei umgekehrt haben. Sonst musste am Ende noch die Rega kommen.

Wir zwei erreichten wohlbehalten Gadmen und das Hotel. Walter und ich tranken noch ein Bier zusammen. Er ging anschliessend auf den Bus um nach Hause zu fahren. Er macht jeweils eine Etappe und fährt dann nach Hause. Falls Du das liest Walter, es war toll Dich kennen zu lernen und mit Dir diese Tour machen zu können. Bleib Gesund und vielleicht können wir uns mal Wiedersehen.

Damit möchte ich mich von Euch für Heute verabschieden und sage good by bis morgen, schlaft gut.

Euer Swiss 🌹❤️

So prächtig sah es heute morgen aus!
Wie meistens sah es am Anfang nach einer Autobahn aus.
Dann eher nicht mehr
Kurz vor dem Übergang Sätteli
Dann wurde es richtig happig.
Die Kulisse war schon sehenswert.
Schliesslich wurde es weniger gefährlich und wir waren fast unten.

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