Etappe 18 Trans Swiss Trail Flüeli Ranft – Stans 08.11.25

Nun denn, Niklaus von Flüe auch Bruder Klaus genannt wurde 1417 in Sachslen geboren. Er war der Sohn einer einflussreichen Bauernfamilie in Obwalden. 1444 heiratete er Dorothea Wyss, die der Familie 5 Söhne und 5 Töchter schenkte. In seinen frühen Jahren diente er in der Armee. Nach seinem Abschied 1444, bekleidetete er mehrere politische Ämter.

Im Oktober 1467 – das jüngste Kind war noch kein Jahr alt, der älteste Sohn Hans schon zwanzig, so dass dieser als Bauer die Familie ernähren konnte – verliess Niklaus mit dem Einverständnis seiner Frau seine Familie, um Einsiedler zu werden. Er pilgerte zunächst Richtung Hochrhein. Nachdem er auf seiner Wanderung der Legende nach im Windental oberhalb Liestals eine Vision erlebt hatte, kehrte er um und liess sich dann in der Ranftschlucht, nur wenige Minuten von seinem Haus, als Einsiedler nieder. Quelle Wikipedia.

Fortan wirkte er als Einsiedler, unterstützt von seiner Frau Dorothea aus seiner Einsiedelei heraus. Viele Menschen aus der ganzen bekannten Welt holten sich Rat bei dem Weisen. So auch eine Schweizer Delegation die sich im Streit befand. Bruder Klaus gelang es den Streit zu schlichten. Er rettete damit nachweislich die heutige Eidgenossenschaft die es ohne Ihn vermutlich nie gegeben hätte! Der Rat den er den verfeindeten Parteien gab, übersetzt in heutige Sprache: „Mischet Euch nicht in fremde Händel und spannet den Zaun nicht zu weit!“ gilt vermutlich noch heute.

Am Ende seines Lebens lebte Bruder Klaus in strenger Askese. Der Überlieferung nach, ernährte er sich bis zu seinem Tode am 21. März 1487 praktisch nur noch von Wasser und seiner Spritualität. Am 15. Mai 1947 (neuen Jahre vor meiner Geburt) wurde Bruder Klaus durch Papst Pius XII heilig gesprochen. Damit genug von diesem bemerkenswerten Zeitgenossen.

Auf dessen Spuren sollte also die heutige Wanderung satttfinden. Als erstes besuchte ich die Einsiedelei mit der Kapelle in der Klus, wo Bruder Klaus die letzten Jahre seines Lebens verbrachte. Es ist eine Gedenkstätte die mich nachdenklich zurückliess, Wir hätten einen Menschen wie Ihn gerade wieder dringend nötig, wenn wir unsere Welt heute betrachten.

Da der Nebel bis auf fast 700müM hochkochte, beschloss ich entgegen der Wanderroute ganz nach oben bis zur höchstgelegenen Kapelle zu wandern. Wie schon zuvor, ging es über unzählige Stufen bis auf fast 1000müM hoch. Hier wurde ich dafür mit einem einzigartigen Panorama belohnt. Oben die herrlich in den blauen Himmel ragenden weissen Berggipfel. Unten das endlose Nebelmeer, dass sich über das gesamte Mittelland erstreckte. Grandios und ich fühlte mich erhaben. Dazu waren am Wegesrand immer wieder Tafeln, die an Bruder Klaus und sein Lebenswerk erinnerten.

Die Wanderung führte mich schliesslich nach Stans, dem Standort der weltbekannten Pilatus Flugzeugwerke. Ab und zu hörte ich denn auch hoch über mir, wie ein waghalsiger Werkspilot eine Maschine austestete. Es hörte sich an wie eine zornige Hornisse die durch ein Blumenbeet wütet. Damit hatte mich die Gegenwart wieder eingefangen.

Die Wanderung hat mich tief beeindruckt zurückgelassen. Es war in gewisser Weise fast wie eine Pilgerreise, auch wenn ich weder sehr Religiös noch leicht zu beeindrucken bin. Aber ich habe dank meiner Erfahrungen in der Ukraine, mit dem dortigen Team einer Kirche, einen grossen Respekt vor Menschen die Ihren Glauben auch tatsächlich leben. Ich durfte in meinem Leben viele solche Menschen kennenlernen. Nicht die Religion ist das wichtigste, sondern die Menschen die auch danach leben.

Damit möchte ich meinen Bericht abschliessen. Ich hoffe es hat Euch auch ein wenig inspiriert über das Leben nachzudenken. Es ist immer wieder schön zu erfahren, dass es auch selbstlose Menschen gibt die Nächstenliebe ernst nehmen.

In (Nächsten) Liebe Euer Swiss. 🌹🌹🌹♥️

Die Bruder Klaus Kapelle
Das Nebelmeer leuchtet von unten zu mir hoch.
Wieder einmal sind Jakobsweg und der Trans Swiss Trail friedlich vereint. Kein Wunder bei dem Thema.
Hoch über mir das Stanserhorn
Hier eine der vielen Tafeln zum Thema Niklaus von Flüe
Noch ein paar Bilder der Wanderung

3 Gedanken zu „Etappe 18 Trans Swiss Trail Flüeli Ranft – Stans 08.11.25“

    1. Danke Malu. Ja, dass hätte Dich sicher auch inspiriert. Das Leben von Bruder Klaus nachzuverfolgen hat mich mitgerissen. Auch wenn vielleicht nicht ganz alles aus heutiger Sicht so toll war. Dieser Mensch ist es wert in Erinnerung zu bleiben. Und dabei sollte man auch unbedingt seine Frau nicht vergessen. Sie hat es dem Einsiedler erst ermöglicht, dass er das Leben so gestalten konnte. Eine Frau die mich irgendwie an eine Malu aus Wil erinnert. 😉. Häbet e schöni Wiehnachtszyt! ❤️

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen