Mit etwas Verspätung möchte ich über die Etappe 16 berichten. Der Tag hatte schon mit einer bösen Überraschung angefangen. Um 08.26 wollte ich den Zug besteigen der mich nach Sörenberg bringen sollte.
Nun ist es so, dass die liebe SBB mit dem Auftrag, Ihre Bahnsteige behindertengerecht auszugestalten ziemlich in Verzug geraten ist. So auch in Worb. Weil das so ist, musste in kürzester Zeit der Worber Bahnhof umgestaltet werden.
Dass dabei naturgemäss nicht alles so richtig rund laufen kann, ist wohl klar. Die gute SBB hat also zwei gegenüberliegende Bahnsteige behindertengerecht gemäss Auftrag des Bundes gebaut. Sie wurden denn auch knapp fristgerecht auf den allerletzten Drücker damit fertig.
Nun stehen also zwei gegenüberliegende Bahnsteige im schönsten Sonnenlichte bereit uns Passagiere aufzunehmen. Leider ohne einen passenden Übergang um von Gleis 2 auf Gleis 3 zu gelangen. (Wo Gleis 1 abgeblieben ist, weis wohl nur der Schutzheilige der Eisenbahner, dass nur nebenbei).
Wöllte man auf Gleis 3 gelangen, muss man ca. 100 meter richtung Bern wandern. Dort überquert man den Auto Bahnübergang samt Bahnschranken und wandert die ganze Strecke auf der anderen Seite zurück.
Sollte man auf dem falschen Bahnsteig stehen, hat man null Chancen auf die andere Seite zu gelangen. Nicht einmal wenn der Zug noch gar nicht eingefahren ist.
Einfach weil da die Bahnschranke schon unten ist. Ihr ahnt wo ich um 08:26 gestanden bin? Natürlich auf Bahnsteig 3! Das las ich irrtümlich in meiner App. In den letzten Monaten war nie mehr ein Zug auf Gleis 3 eingefahren. Ich stand also alleine und zufrieden voller Erwartung auf Gleis 2. Da merkte ich plötzlich, dass auf der gegenüberliegenden Seite ganz viele Passagiere warteten. Mir wurde mulmig weil es bereit 08:22 war.
Also öffnete ich hastig meine App und konsultierte den Bahnsteig: 3 stand da! Ich ab wie ein Jet und rüber zur 3. Dass ich auf der falschen Seite in der App nachgesehen hatte, dämmerte mir erst als mein Zug friedlich auf der 2 einfuhr. Gleich danach kam auf der 3 der Zug nach Bern, wo ich aber gar nicht hinwollte.
Der langen Rede kurzer Sinn, eine Stunde später stand auch Swiss auf der richtigen Spur und es konnte losgehen.
Die Wanderung an sich verläuft entlang der sogenannten Panoramastrasse. Gleich nach Sörenberg beginnt der stundenlange Aufstieg bis zur Anhöhe Glaubenbielen. Ich bin auf dem ganzen Weg keiner Menschenseele begegnet. Dies obschon die Sonne an einem wunderschönen blauen Himmel ihre Strahlen ausbreitete. Dank einer schwachen Bise war es auch nicht allzu heiss.
Oben angekommen, freute ich mich darauf, dass mitgeschleppte Essen zuzubereiten. Alles war da, Kocher, Gaskartusche, das Trockenfutter, Wasser, Essbesteck. Alles Paletti dachte ich. Diesmal würde alles reibungslos klappen. Mir lief schon das Wasser im Munde zusammen. Also Gaskartusche und Kocher zusammenschrauben, Wasser einfüllen, Gashahnen öffnen und zünden. Das Flämmlein rauschte…. und erlosch!
Ich Dussel hatte am Morgen nicht bemerkt, dass ich eine leere Gaskartusche eingepackt hatte! Sch… kein Mittagessen heute! Mit einem ärgerlichen Schulterzucken packte ich alles wieder ein und vertilgte lustlos einen Energieriegel der nach Karton mit Schockoladengeschmack schmeckte. Auch das mit dem Kaffee konnte ich natürlich knicken.
Hab ich das schon einmal erwähnt, dass ich anfange senil zu werden? Nein? Habs vrmutlich vergessen. Wie dem auch sei, frisch gestärkt (ha ha) nahm ich die 16 Kilometer und 1290 Meter abwärts unter die Füsse.
Flott ging es immer schön steil nach unten. Entgegen meinen Befürchtungen, als ich las wie unglaublich viele Höhenmeter ich zu vernichten hatte, lief es mir ganz ordentlich. Nicht allzu schnell aber zumindest ohne weiche Knie, erreichte ich schliesslich den Bahnhof in Giswil. Der Zug stand schon bereit als ich eintraf und fuhr auch sogleich los.
Glück gehabt dieses mal. Der Bahnhof in Giswil verfügt eben auch über eine Unterführung. Sonst wäre mir auch noch dieser Zug vor der Nase weggefahren. Dann hätte ich noch mal eine Stunde vertrödeln müssen.
So konnte ich gemütlich nach Hause gondeln und mich von den Strapazen etwas erholen. Das gönne ich jetzt auch Euch LeserInnen und freue mich auf das nächste Abenteuer, dass ich mit Euch teilen darf.
Machts gut, Eurer Swiss 🌹🌹🌹❤️












Herzlichen Dank Swiss für den informativen Beitrag. Witerhin schöni Wanderig