Und weiter gehts auf meiner Reise quer durch die Schweiz! Immer noch im absolut faszinierenden Emmental. Klar, es ist mir ja auch die nächste Region die ich von Herzen liebe. Was nicht die bisherigen Regionen die ich erkunden und erleben durfte herabwürdigen soll.
So führte mich meine heutige Wanderung von den Hügeln des Emmentals herunter nach Wolhusen. Ich habe mir unterwegs versucht ein Bild dieser Gegend, ihrer Bewohner und Ihrer Geschichte zu bilden.
Etwas hat mich besonders zum Denken angeregt. Ab und zu führte der Weg weg von den Strassen durch uralte Wege, die vermutlich seit vielen Jahrzehnten wenn nicht gar Jahrhunderten nicht mehr benutzt werden. Da fühlte ich mich plötzlich um viele Jahrzehnte zurück versetzt.
Ich versuchte mir vorzustellen wie die Menschen hier gelebt hatten. Was war Ihre Lebens Realität? Ich nahm mir das 16te Jahrhundert als Grundlage. Damals war die Pest gerade vorbei. In Bern wurde die Reformation die neue Glaubensrichtung.
Den gläubigen Bauern im Emmental war dies ein Greuel. Viele bekannten sich zu den Teufern. Das passte der Obrigkeit in Bern überhaupt nicht. Die Bewegung wurde verfolgt und viele flüchteten oder wurden hingerichtet.
Man muss sich vorstellen, die Menschen lebten weit zerstreut auf Bauernhöfen überall in den Hügeln des Emmentals. Es gab logischerweise Streit und Missgunst unter den Bewohnern dieser Höfe. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass Nachbarn sich aus Missgunst bei den Behörden gegenseitig als Verräter denunzierten.
Heute ist nichs mehr davon zu spüren. Gerade kämpfen die Bauern hier, wegen der extremen Trockenheit, um‘s überleben Ihres Viehbestandes. Sie tun mir leid, weil nicht wenige den Bauern vorwerfen selber daran schuld zu sein. Für mich sind wir alle diejenigen die eine Mitschuld trifft. Aber das ist ein anderes Thema.
Ich hoffe sehr, dass es für die Bauern nicht noch schlimmer wird und wir alle unsere Verantwortung erkennen und entsprechend handeln.
So ernst wollte ich eigentlich nicht werden. Nur, ich habe mit einem Bauern gesprochen der mir sagte wie sehr in die Situation trifft. Er wird vermutlich nicht darum herumkommen demnächst seinen Viehbestand zu reduzieren.
Das tönt so harmlos, aber Bauern sind mit Ihren Tieren verbunden. Sogar ich spüre diese Verbundenheit. Tiere auf die Schlachtbank zu führen ist selbst für den abgestumpftesten Bauern nicht nichts.
Was für eine emotionale Wanderung. Und eine gefühlt unendliche lange noch dazu. Der Hammer kam am Schluss! Der Zugsverkehr nach Langnau war unterbrochen! So endete meine Reise über Langenthal, Bern und Worb endlich in Richigen.
Tja damit endet diese Geschichts Lektion. Schlaft gut trotz der Hitze.
Euer Swiss ♥️🌹🌹🌹





