Von jetzt an stimmt die Nummerierung nicht mehr mit dem Original überein. Ich wandere den Alpenpanorama Weg für die nächsten drei Etappen nämlich rückwärts nach Wolhusen.
Heute also startete ich auf der Moosegg. Die Liebe meines Lebens hat mich früh am morgen da hinauf gefahren. Es sah prächtig aus hier beim Start in den heutigen Wandertag.
Um es vorneweg zu nehmen, es war eine der schönsten Wanderungen die ich je erlebt habe. Das Panorama wurde mit jeder Stunde immer imposanter. Ich bin bekanntermassen ein grosser Bewunderer alter Häuser. Für mich haben sie eine Seele und eine Geschichte.
Was ich hier zu sehen bekam hat mich schlichtweg umgehauen. Es hatte ja schon in den Tessiner Bergen wunderschöne Gebäude. Nur hier leben die Bauernhäuser immer noch.
Dann dieser Wald! Ich habe die Geschichte dieser Wälder auf Plakaten gelesen die vereinzelt am Wegesrand standen. Es handelt sich hier um eine historische Besonderheit.
Das Emmental wurde nicht vom Tal sondern von den Hügeln herab besiedelt. Der Grund waren die vielen Überschwemmungen und das sumpfige Land im Talboden. Deshalb war es für die weit auseinanderliegenden Höfe überlebenswichtig all Ihre Resourcen selber zu haben. Dazu gehörte auch das Holz, dass sie für verschiedenste Zwecke benutzt haben.
Daraus resultierte der sogenannte Plenterwald. Dies ist ein besonders reicher Mischwald mit den wertvollen Weisstannen als besondere Baumart. In einem Plenterwald wurden Bäume erst genutzt, wenn sie eine gewisse Reife erreicht hatten. Bei den Weisstannen ist das normalerweise nach 500! Jahren der Fall
In der Folge habe ich diese Tannen mit grosser Ehrfurcht betrachtet. Ich lernte wie man eine Weisstanne anhand der Nadeln erkennt. Die haben auf der Unterseite zwei hellfarbene Streifen. Ich suchte und fand ein kleines Bäumchen, vielleicht zwei Jahre alt. Ich ergriff die Nadeln und ich schwöre ich hatte das Gefühl die Hand eines Kindes zu berühren.
Dann versuchte ich herauszufinden wie die Welt 1526 ausgesehen hat als solche Tannen zu wachsen begannen.
Das Kloster Einsiedeln stand damals kurz vor dem Aus. Es lebte dort nur noch ein einziger Mönch, der 86 Jährige Abt. Da griffen die Schwyzer ein und baten den St. Galler Abt um Hilfe. Daraufhin wurde ein neuer Abt eingesetzt der es schaffte das Kloster zu retten.
In Deutschland wurde der Bauernkrieg blutig niedergeschlagen. Er war entflammt als die Reformatoren Martin Luther und Huldrich Zwingli für die unterdrückten und entrechteten Bauern Partei ergriffen. Diese hatten den Herren zu dienen und selber nicht einmal das Recht frei zu wählen wen sie heiraten wollten. Zudem ging im Todesfall des Bauern dessen Besitz an die Landbesitzer über.
Es muss eine harte Zeit gewesen sein. Voll mit Kriegen und Unterdrückung. Dessen ungeachtet ist es die Geburtsstunde einiger der Tannen unter denen ich durchgewandert bin. Ich gebe zu, es war ein magischer Moment, wenn ich mir vorstellte wie lange ein Teil dieser Bäume schon hier steht.
Genug der Geschichtsstunde. Ich bin jetzt im schönstgelegenen Hotel einquartiert das ich bisher auf dieser Reise hatte. Es steht auf der Lüderenalp, meinem heutigen Wanderziel. Und es ist ein Traum. Nachfolgend noch die Fotos von heute.
Also dann meine Lieben, ich wünsche Euch eine gute Nacht und bis morgen.
Euer Swiss ❤️🌹🌹🌹














Das war’s für heute.


schön deine Geschichte und Wanderung jeden Tag lesen zu können. Leider seh ich bei dem heutigen Blog keine Bilder.
Viel Spass weiterhin, Gruss Markus alias Tschitsch
Danke Markus
Ich habe nicht herausgefunden was der Grund dafür ist? Ich bleibe dran. Elende Technik 😡😁