Holdrio aus dem schönen Tirol. 27.08 – 04.09.25

Mal was anderes habe ich mir gedacht. So ein Ferienbericht ist zwar meist etwas dröge, aber ich wage es jetzt trotzdem einfach mal.

Es ist schon ein paar Tage her, genauer gesagt am Dienstag vor einer Woche, sind wir in unseren Elektro SUV gestiegen um ins Tirol zu gelangen. Viele denken auch heute noch, dass dies ein superriskantes Unternehmen sei mit so einem fahrenden iPhone solche Reisen zu unternehmen.

Weit gefehlt, es war nicht nur super entspannend leise summend über die Autobahn zu gleiten. Es war ausserdem auch unglaublich günstig. Weil ich heute keine Lust mehr verspüre grössere Strecken ohne Zwischenhalt zu fahren, sind wir also am Dienstag, nach meiner Yogastunde in Bern, erst mal bis Hosenruck in das wunderschöne Hotel Nollen gefahren.

Dort konnte ich mein Auto gratis! an einer gewöhnlichen Haushaltsteckdose über Nacht aufladen. Das reichte bis nach der Grenze Österreichs. Dort musste ich ein Pickerl (Vignette) für die Autobahn kaufen. Dabei lud ich das Auto gleich von 45% auf 100% auf und bezahlte dafür Fr. 16.50. Das ganze dauerte 10 Minuten.

Das reichte nun locker um bis nach Weerberg zu unserem Wellnesshotel zu gelangen. Hier kann ich nun, wiederum gratis, mein Auto an der hauseigenen Ladestation aufladen. Da ich das Nachts tun kann, benötige ich dazu 10 Sekunden. 5 um einzustecken 5 um auszustecken. So einfach ist das heutzutage.

Ich habe also rund 10 Minuten gebraucht mit Aufladen, wobei ich sowieso wegen der Vignette anhalten musste. Und die Fahrt ins Tirol kostete mich Fr. 16.50 für 560km Fahrt. Mit einem Diesel hätte mich das mit 5ltr/100km und Fr. 1.65/ltr ganze Fr 46.20 gekostet. Soll noch einer sagen Elektroauto fahren sei nichts für den Alltag.

Nun sind wir also seit Mittwoch im Sport und Wellnesshotel Sonnenresidenz Friedheim. Es befindet sich in Weerberg auf 890müM hoch über dem Inn unweit von Innsbruck. Wir sind absolut begeistert von diesem Hotel, seiner Lage, den Leistungen die im Preis inbegriffen sind und vom Hotelpersonal.

Und da ganz besonders von der Wirtin. Sie hat uns so manchen Tip gegeben für Orte, die wir sonst nie gefunden hätten. So sind wir am Donnerstag gleich mit der Sesselbahn zum Hecher Haus unterhalb des Kellerjochs gefahren. Von dort sind wir zu Fuss 400hm runtergelaufen über einen wunderschönen aber schmalen und ziemlich steilen Pfad zurück zur Talstation.

Am nächsten Tag erwachten wir bei strahlendem Sonnenschein. Zeit eine kleine Wanderung zu unternehmen. Unsere Wirtin empfahl uns den Berglsteinersee zu erwandern. Nichts wahnsinnig anstrengendes. 4,5km und 250hm hin und dieselbe Strecke zurück. Die Wanderung hat sich gelohnt und für meine Santina wars gerade weit genug. Fotos gleich anbei.

Samstag war Ruhe und Wellnesstag. Das Wetter war regnerisch und es war ziemlich kühl. Übers Wetter sollte man eigentlich nicht schreiben, weil todlangweilig. Sorry dafür.

Kommen wir zum Sonntag. Wie der Tag schon sagt, Wandern das war angesagt. Da ich 2021 auf meiner Wanderung auf der Via Alpina ganz in der Nähe unterwegs war, wollte ich Santina das Karwendel Gebirge zeigen. Wir haben es quasi vor der Nase. Es liegt genau gegenüber auf der anderen Seite des Inntales unter uns.

Auch hier hatte die Wirtin wieder einen Tip für uns, den wir dankbar aufnahmen. Also machten wir uns auf den Weg zur Ganalp. Der Start liegt in der nähe von Umlberg auf einem Parkplatz. Ich tippte die Strecke in die Wanderapp Komoot die ich seit Jahren zum Wandern benutze.

Normalerweise trage ich meine Ohrstöpsel damit mich die App führen kann. Sie informiert mich wenn ich falsch laufe oder eine Abzweigung nehmen soll. Da ich mit Santina unterwegs war und sowieso unfehlbar, habe ich auf die Stöpsel verzichtet.

Santina sah Wanderer nach rechts laufen, aber ich konsultierte die Karte und verkündete im Brustton der Überzeugung: Nein, nach links! Also gingen wir links. Schon bald beschlich mich ein leiser Zweifel. Die Wirtin hatte gesagt es würde kontinuierlich steigen. Aber seit fünfzehn Minuten ging es lustigerweise nach unten! Auch kamen uns andauernd Fahrräder entgegen vor denen uns die Wirtin gewarnt hatte. Aber meine App hatte sich nie gemeldet

Endlich schaute ich auf mein Gerät. Und siehe da: wir sind 1,5 Kilometer in die falsche Richtung gelaufen. Wie sollte ich jetzt meine Würde als erfahrener und mit allen Wassern gewaschenen Outdoor Spezialisten wiederherstellen?

Da nützte auch der Hinweis auf den dummerweise ausgeschalteten Lautsprecher nichts. Der mich vermutlich seit zwanzig Minuten zur Umkehr ermahnen wollte. Auch eine Umarmung mit Küsschen brachte nichts. Santina war sauer. Und wenn Frauen recht hatten und dann sauer sind, hast Du als Ehemann nichts mehr zu lachen!

Also zurück zum Anfang in bedrückendem Schweigen und unter strafenden Blicken meiner geliebten Göttergattin. Dann gings endlich und schier endlos hoch zur Ganalp.

Der Aufstieg war lang, steil (na ja) und Landschaftlich sehr beeindruckend. Rechts eine tiefe Schlucht und links gings ebenso steil nach oben. Schliesslich erreichten wir die Ganalp. Hoch über der Schlucht gebaut bot sie uns einen super Ausblick ins Karwendel.

Da heute Sonntag war und wunderbares Wetter herrschte, gab es auch entsprechend viele Besucher. Die allermeisten mit E-Bikes unterwegs. Davon begegneten uns ganze Völkerstämme. Oft in einem Tempo unterwegs, dass sich uns die Haare sträubten. Immerhin war das hier eine nicht ungefährliche und relativ schmale Bergstrasse.

Kein Wunder verursachen Biker immer öfter schwere Unfälle in den Bergen. Dass es auch anders geht, bewiesen gefühlt 80% der Biker, die sich sehr diszipliniert verhalten haben.

Dann folgte der Montag. Da wollten wir nicht allzu grosse Sprünge, sprich Wanderungen unternehmen. Rattenberg, ein kleines Dorf am Inn war unser erstes Ziel. Bequem mit dem Auto zu erreichen. Das Dorf ist bekannt für seine Glasmanufakturen und die schönen mittelalterlichen Häuser und selbstverständlich für eine katholische Gemeinde, eine prunkvolle Kirche. Wie immer haben wir dort Kerzen zur Erinnerung an unserer Lieben die uns verlassen haben angezündet.

Gute Überleitung was dann kam. Ein Museumsfriedhof! Etwas so skurriles habe ich noch nie gesehen. Ein Mäzen hat Grabsteine und Kreuze aus verschiedenen Jahrhunderten gesammelt und sie hier zusammengetragen und aufgestellt. Dazu sammelte er die skurrilsten Inschriften die er darauf platzierte. Sprüche wie: „Sie starb mit siebzehn Jahr, just als Sie zu gebrauchen war!“ Fotos folgen.

Am Dienstag stand das verrückteste auf dem Plan, dass ich je gesehen habe. „Ein Haus steht Kopf“ war der Titel. Und das war es auch. Verrückter geht es wirklich nicht. Alles im Haus war verkehrt. Die Tische, Stühle, die Betten, der Kühlschrank ja sogar das Auto in der Garage war verkehrt an der Decke montiert.

Dazu war das Haus noch leicht geneigt. Schon nach kurzer Zeit verlor man die Orientierung und man bekam den Eindruck irgendwie betrunken zu sein. Noch minutenlang wenn man schon draussen war, traute man seinen Sinnen nicht mehr so ganz.

Zur gleichen Anlage gehörte auch noch ein Dinosaurier Museum, ein Legomuseum und ein Museum mit Figuren die bekannte Menschen naturgetreu darstellten. Quasi wie das Wachsfigurenkabiner in London. Da waren Grössen aus Politik, (sogar Trump 🤮) dem Film, aus Sport, MusikerInnen, SängerInnen, historische Grössen, Könige und Adelige etc.

Heute nun war unser letzter Tag. Dafür hatten wir uns die Wolfsklamm vorgenommen. Es handelt sich um einen Weg, gebaut mitten durch eine gefährliche Schlucht. Es war sehr eindrücklich auf den hözernen Stegen und Treppen steil nach oben zu laufen. Ca. 350 Treppenstufen, Stege und sogar ein kleiner Tunnel führte neben den tosenden Wassermassen nach oben.

Wir waren sehr beeindruckt von der Arbeit die hier gemacht wurde, um uns diese Wanderung gefahrlos zu ermöglichen. Es muss ein unglaublich spektakuläres Unterfangen gewesen sein, so etwas in einem derart unwegsamen Gelände zu bauen.

Morgen also geht unser Abenteuer Tirol zuende. Es war eine tolle Erfahrung und wir haben den Service im Sport und Wellneshotel Sonnenresidenz Friedheim Weerberg sehr genossen. Man kann dieses Haus nur wärmstens weiter empfehlen.

Nun noch die Bilder wenn Ihr noch mögt. Jedenfalls bedanke ich mich wie immer sehr, dass Ihr meine Blogs beachtet. Machts gut bis zum nächsten mal.

Euer Swiss 🌹🌹🌹♥️

Auf dem Weg herunter vom Hecher Haus. Santina stibitzt mal wieder Brombeeren vom Strauch.
Dann dieser grossartige Sonnenuntergang.
Der Gang zu unserem Hotelzimmer.
Das Hotel Sonnenresidenz Friedheim
Hier der Anbau mit den Zimmern und den Wellness Anlagen
Das Karwendelgebirge, unterwegs zur Ganalp
Wilde Schluchten abseits des Weges
Die Wirtschaft in der Gandalp
Auf dem Rückweg
Tags darauf in Rattendorf. (Was für ein grausliger Name)
Da lässt es sich gut leben. Auch wenn das Städtchen Rattenberg heisst!
Dann besuchten wir besagten Friedhof
Zwei Beispiele, ich hoffe Ihr könnt den Text entziffern?
Inschrift Nummer zwei
Am selben Abend dieses Bild
Und am nächsten Tag, was ist denn das?
Ein Haus steht Kopf! Da müssen wir rein!
Schreck lass nach, Santina, was machst denn Du an der Decke?
Huch!
Waschtag mal anders rum!
Wer hat hier noch den Überblick???
Nichts wie Weg hier!
Dann lieber Dinos
Fliegen können die auch noch?
Dem möchte man nicht begegnen
Bisschen stark abgemagert das Vieh
Legoland
Schiff ahoi!
Jahrmarkt!
Nächster Tag, ab in die Wolfsklamm
War es am Anfang noch friedlich wurde es schnell wild
Holla die Waldfee!
Da gehst besser net runter mei Liaber.
Sogar einen Tunnel haben Sie gebuddelt
Endlich, der Ausgang!
Ein lustiges Bild am Ausgang der Schlucht
Diese Brücke führt zur Abtei
Sehr schön restauriertes Bauwerk.
Dann erreichten wir die Abtei
Bilder aus dem Innern der Kirche
Zwei Kerzen sind von uns an Euch alle! Damit endet diese Reise. Morgen gehts wieder nach Hause.

1 Gedanke zu „Holdrio aus dem schönen Tirol. 27.08 – 04.09.25“

  1. Beim Friedhofmuseum war ich heudr auch. Sehr „spannende“ Schriften und Sprüche🤪
    „Christliches Andenken an Joseph Mayer, der ohne menschliche Hilfe ums Leben gekommen ist“

    Schade wusste ich (noch) nicht dass das Haus welches auf dem Kopf steht in der Nähe war.

    Danke für die tollen Blogs.
    Lieber Gruss, Lionel

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